
Vermutlich
erwartet der eine oder andere von euch aufgrund der Tatsache,
dass wir eine Hündin und einen Rüden gehalten haben,
Berichte über die Nachzucht an dieser Stelle.
Wir
haben uns aber damals aus mehreren Gründen gegen das Züchten
entschieden. Zum einen ist Züchten nicht einfach Hündin
A mit Rüde B zu verpaaren, weil zufällig beide im
gleichen Haus wohnen, eine Hündin nach landläufiger
Meinung einmal im Leben Welpen haben soll und man die braunen
doch im Moment 'so gut los wird'. Es bedeutet vielmehr, zwei
Hunde zusammen zu bringen, die sowohl von den gesundheitlichen
Aspekten, als auch vom Wesen und den zu sehenden Arbeitsanlagen
her optimal zueinander passen.
Dafür
ist es unumgänglich, dass man weiß, was 'in einem
Hund steckt'. Zu berücksichtigen sind dabei unter anderem
die Gesundheitswerte wie HD, ED und erbliche Augenkrankheiten,
sowie das Wesen und die Arbeitsanlagen des eigenen Hundes und
die seiner 'Verwandtschaft'.
Auch
die Farbe, die ein Hund vererbt, spielt eine Rolle. So hätte
es passieren können, dass aus einer Verpaarung trotz Scouts
braunem Fell kein einziger brauner Welpe fällt.
Bei
unseren Hunden war es kaum möglich, die Werte der 'Verwandtschaft'
festzustellen, da sie zum Großteil nicht in Vereinen gezogen
wurden, die neutral und detailliert Aufzeichnungen darüber
führen, wie es zum Beispiel der Deutsche Retriever Club
oder der Labrador Club Deutschland macht.
Zum
anderen muss man sich klar machen, dass es Lebewesen sind, die
man da hervorbringen läßt. Und diese Lebewesen sollten
bestmöglich bei Leuten untergebracht werden, denen man
es zutraut, einen Welpen so aufzuziehen, wie man es auch selbst
machen würde. Bei acht bis zehn, manchmal sogar elf oder
zwölf Welpen in einem Wurf ist das Finden eines geeigneten
Zuhauses keine leichte Aufgabe!
Oder
möchtet ihr später erfahren, dass der zu Beginn so
süße Welpe mittlerweile sein Dasein als Hofhund fristet,
weil keiner mehr mit dem ausgewachsenen Hund klar kommt? Oder
daß der zu Beginn so niedliche Welpe völlig uninteressant
geworden ist, weil die Kinder ein anderes Spielzeug bekommen
haben und der Hund nur für die Kinder angeschafft wurde?
Die
Welpen einfach nur zu verkaufen, dürfte wirklich kein Problem
sein. Sie aber so unterzubringen, dass man damit als Züchter
gut leben kann, ist wesentlich schwieriger. Ich wurde mehrmals
angesprochen, ob ich Scout als Deckrüden zur Verfügung
stellen würde. Meine Antwort war stets "Nein"!
In meinen Augen haben sich diejenigen, die mich danach fragten,
nicht ein Stück mit dem Thema Zucht und der daraus resultierenden
Verantwortung auseinander gesetzt. Nicht einmal, wenn Scout
ein geeigneter Deckrüde gewesen, hätte ich ihn dafür
hergegeben, denn diese Interessenten kannten weder ihn, noch
seine Geschichte. Sie interessierten sich lediglich fuer seine
braune Fellfarbe.
Sowohl
Scout, als auch Caraboo hatten hängende Augenlider, eine
erbliche Erkrankung, die in einem dem VDH angeschlossenen Verein
dazu führt, dass der Hund keine Zuchtzulassung bekommt.
Zwar kann man diese Erkrankung vorher operativ korrigieren lassen,
die genetische Grundlage bleibt jedoch erhalten und die Gefahr,
dass die Welpen diese hängenden Lider auch haben werden,
würde ich als recht groß einschätzen.
Natürlich
ist es auch möglich, dass zwei äußerlich gesunde
Hunde einen Welpen mit diesem Fehler hervorbringen, aber wenn
man vorher weiß, daß die Wahrscheinlichkeit höher
ist als bei äußerlich gesunden Hunden, warum sollte
man das Risiko eingehen? Caraboo wurde weiterhin am Ellenbogen
operiert, ein Knochensplitter musste entfernt werden. Es wäre
auch möglich gewesen, dass sie auch das weiter vererbt.
Ebenfalls keine schöne Vorstellung. Scout war in fremder
Umgebung grundsätzlich sehr aufgebracht und unsicher, brauchte
eine relativ lange Eingewöhnungszeit, in der sich bei bisherigen
Anlässen ein in meinen Augen relativ starker Wachtrieb
zeigte. Eine Eigenschaft, die ich bei aller Liebe zu meinem
Hund nicht bei einem Labrador haben möchte.
Ihr
seht also, viele Faktoren spielen eine Rolle und man könnte
diese Liste sicher endlos weiterführen, aber das soll für
einen ersten Eindruck genügen. Möchtet ihr weitergehende
Informationen zum Welpenkauf haben, dann lest euch am besten
den Leitfaden durch.